Im Interview mit @Losi und @Springtoifel

Das STEEMillu-Team hat es geschafft unter größten Anstrengungen die beiden Whistleblower @losi und @springtoifel zu einem Interview zu überreden. Edward Snowden ist ne Lachnummer im Vergleich zu den Beiden. Was sie zu DLive zu berichten haben, erfahrt ihr im nachfolgenden Interview, welches unser Untergrundkorrespondent @quekery durchgeführt hat.

STEEMillu: Freut mich, dass ihr euch hier eingefunden habt. Ihr habt jetzt die einmalige Gelegenheit euch vorzustellen.

Springtoifel: Ich bin Springtoifel und bin seit Januar bei Steem. Ab April fing ich an zu streamen bei DLive. Alleine durch Losi!

Losi: Hi, ich bin Losi und seit 13.01.2018 auf Steemit. Ich wusste aber damals nicht was ich hier machen wollte und als ich am 24.01.2018 dann ein Video von @SemperVideo sah („Steemit was ihr wollt“), wo einige Funktionen von Steemit aufgezählt wurden, unter Anderem auch der LiveStreaming-Service DLive, fing ich am selben Abend noch an dort zu streamen. Kurz, ich bin ein leidenschaftlicher Streamer seit einigen Jahren und versuche stets meine Community zu erweitern.

STEEMillu: D.h. Gurkenlivestreams sind nicht der Grund warum ich Oi-Verstärkung seit April auf Steem(it) habe?

Springtoifel: Leider bin ich durch den Gurkenstreamer (@losi) hier :D. Losi und ich kennen uns schon über 10 Jahre! Und er hat mich aufmerksam gemacht auf Steem und Dlive. Dann habe ich einfach mit der Hilfe der Gurke angefangen zu streamen (Hihihi)!

Losi: Ja, ich holte den @Springtoifel (und einige andere Freunde) hier zu Steemit. Springtoifel wollte dann auch hier mit dem Streamen anfangen und seine ersten Erfahrungen machen. Ich selber Streame so wie ich Zeit und Lust habe. Meist sind das so Shooterspiele à la Battlefield, Trouble in Terrorist Town und Escape from Tarkov. Gerne auch zusammen mit Springtoifel und der Community.

STEEMillu: Ich höre schon, ihr seid richtige Streaming-Geeks. Wenn wir schon dabei sind, können wir gleich noch unsere Leser mit etwas Technikgedöhnst langweilen. Wie schaut denn eurer Streaming-Setup aus? Und Losi fass dich dabei kurz. 😉

Springtoifel: Ich streame nur mit einem PC. Angefangen hat es mit einem i5 3460 und mit schlappen 8 GB-Ram sowie ner AMD RX480. Im Laufe der Zeit habe ich ordentlich aufgerüstet. Nun bin ich glücklicher Besitzer eines AMD Ryzen 5 2600 und 16 GB-Ram. Meine OBS-Setups sind zum streamen ganz ordentlich. Die Qualität geht im Stream voll klar – wie Wodka!

Losi: Ich habe ein aufwendiges Streaming-Setup, bestehend aus Gaming-PC und Stream-PC, wobei der Stream-PC viel mehr CPU-Leistung als der zum Spielen genutzte PC hat. Da ich gerne auch Videos bearbeite, habe ich im Stream-PC einen stark übertakteten Xeon und 24GB Ram. Ich habe davon abgelassen mit ner CaptureCard zu streamen, weil es Delay- und Monitor-Probleme gab. Genaueres dazu kommt in ein paar Tagen in einem Post zu meinem Stream-Setup. Die Stromkosten sind enorm schon allein dadurch, dass zwei PCs auf Volllast fahren. Ich habe ja ein gewissen Anspruch an mich selber und will eine sehr gute Stream-Qualität erreichen.

STEEMillu: Sehr interessant, zumindest das mit der Stromrechnung XD. Was gab es denn in jüngster Vergangenheit für Möglichkeiten zu Streamen bzw. Videos zu posten?

Springtoifel: Ich habe angefangen Videos bei YT hochzuladen und die epischen Momente von Battlefield zu archivieren und zu teilen. Ich habe erst bei DLive angefangen zu streamen. Aber da kann Losi schon mehr erzählen von seiner Streamer-Karriere! Mein erstes Video auf der Blockchain Steem habe ich bei DTube und DLive hochgeladen.

Losi: Ich fing schon im Februar 2014 an, Videos bei YT hochzuladen. Wobei ich zu diesem Zeitpunkt eigentlich nur Streamen wollte, wofür ich jedoch nicht ausreichend Bandbreite hatte. Dabei erlernte ich wie man Videos schneidet und so was alles. Auch tauschte ich mich viel mit Streamern (twitch.tv/st0rmyyyybf) meines damaligem Clans aus. Ich lud auch drei Videos auf DLive hoch. Eines davon war ein Tutorial für Stream-Settings, damit andere Streamer auch ihre Qualität verbessern können.

STEEMillu: Ihr habt jetzt beide DLive erwähnt. Was WAR denn so gut an DLive?

Losi: Anfangs stellte DLive eine Möglichkeit für mich dar, innerhalb der BlockChain auch aktiv zu sein, da ich mich zuvor mit Bloggen nicht beschäftigte. Außerdem waren die Server sehr langsam und der Chat war an die BlockChain gebunden. Bis man ihn angezeigt bekam, dauerte es schon 30 bis 300 sec, um zu lesen was im Chat geschrieben wurde. Das änderte sich am 12.04.2018 als andere Server genutzt wurden und der Chat nicht mehr mit der Chain gekoppelt war. Von da an ist das Streamen deutlich besser geworden (aus technischer Sicht).

Der Chat an sich war sehr leer. Chataktivität ist doch des „Streamer Brot“. Es stand zwar da, dass ich ca. 20-40 Zuschauer habe. Komischerweise schrieb aber nie jemand was in den Chat, außer ein bis zwei mal pro Woche Streamern, bei denen ich selbst auch aktiv im Chat war. Zusätzlich gab es den Einen oder Anderen, allerdings wollte die nur, dass man deren Streams anschaut und upvotet (lächerlich).

Springtoifel: Ich habe auch Twitch getestet. Auf DLive habe ichmehr Feedback bekommen und höhere Zuschauerzahlen erreicht. Und man ist mMn nicht unter gegangen bei der Vielzahl an Streamern. Das Einrichten seines Stream war schon schwerlich, da weder Tags, Thumbnail noch der Postbeitrag gespeichert wurde. Bei jedem neuen Stream musste man alles wieder neu eingeben. Durch DLive bin ich zu der deutschen Community @Keepinitsteem gekommen. Und ich habe dort mehr erfahren können, wie ich meine Streams verbessern und meine Bandbreite erweitern konnte.

STEEMillu: Diesmal finde ich es wirklich interessant (lacht). DLive hatte ja wie man hört dicke Delegationen abgestaubt. Wie hat sich denn DLive um die Community gekümmert?

Springtoifel: Am Anfang hat es gedauert bis ein DLive-Admin auf mich aufmerksam wurde und ich meinen ersten kleinen Upvote bekommen habe. Da ich generell ohne Webcam streame, habe ich natürlich auch nur kleine Upvotes bekommen (ca. 2 bis 8 STU). Andere haben mit Webcam eindeutig mehr bekommen zum Beispiel 12-25 STU. Das war eine interne Regelung, die nicht wirklich bekannt gemacht wurde (wie Dlive die Upvotehöhe bestimmt). Ich habe das Gefühl gehabt das Frauen bevorzugt wurden!

Losi: Dem, das weibliche Streamer deutlich mehr hohe Upvotes bekamen, kann ich nur zustimmen. Bei meinem ersten Stream ist DLive direkt auf mich aufmerksam geworden. Ich bekam 2% (das waren damals stolze 17.21 STU) und den ersten Kommentar (bzw.Chatbeitrag) von @Pilotkosinus, ein Admin und Gründungsmitglied von @Keepinitsteem. Ich streame fast ausschließlich mit WebCam und experimentierte auch mit ner Transition, bei der mein Stream-Setup via Overhead-Cam gezeigt wurde. Zu dem habe ich noch ne „CatCam“, da meist einer meiner beiden Kater in der Nähe lag, auf dem ich eine WebCam ausrichtete.

STEEMillu: Bestand die Communitypflege von DLive nur aus Tittenbonus, ungerecht verteilten Upvotes und Intransparenz?

Springtoifel: Das kann ich nur so bestätigen. Ich habe auch mit FaceRig experimentiert und dort wurde auch nicht der Upvote erhöht. Auch eine Maske hat nicht geholfen einen besseren Upvote zu bekommen. Das war schon anstrengend jedes mal ein Bier mit der Maske zutrinken :D. Ab und an kam ein DLive-Admin direkt auf den Stream und hat sich im Chat aktiv beteiligt, um zuschauen ob man wirklich live ist oder nur ein Video zulaufen hat. Es wurde auch versucht von anderen Streamplattformen bekannte Streamer von YT, Twitch und Co. zu DLive zu holen. Und diese haben oft ca. 60% Upvote bekommen. Einer hat sogar einen 100% Upvote bekommen.

Das fand ich sehr ungerecht und nicht fair gegenüber kleinen Streamern. Eigentlich habe ich das Prinzip so verstanden, dass DLive die Streamer Community Anfangs unterstützt, damit diese auch ne anständige Steempower aufbauen kann, um sich selbst gegenseitig zu unterstützen und die Blockchain voran zutreiben. Mir war im vorhinein schon bewusst, das DLive die Delegation nicht für die Ewigkeit besitzen wird, um die Upvotes zu verteilen.

Losi: Ich fand, dass das eigentlich Game, was gestreamt wurde und ob du ne Frau bist, beeinflusste den Wert der Upvotes sehr. Angenommen man streamt nen 08/15 Spiel in sehr hoher Qualität ohne WebCam und man bekommt man nichts. Streamt man jedoch Overwatch oder Fortnite in unzumutbarer Qualität, ohne jegliche Chataktivität, mit oder ohne Cam, ist der Upvote immer bei deutlich über 10 STU. eSportler die CS:GO auf Global streamten mit perfekter Qualität, FaceCam und extrem viel Chataktivität bekamen gerade so 5-8 STU.

Ich persönlich fand das ein sehr ungerechtes Verhalten, das mich dann kurz vor Bekanntgabe vom Abwandern DLives, schon weg von DLive trieb und ich mich wieder auf Twitch sah, weshalb ich auch VIMM sowie DTube (DTube-Livestreaming) probierte.


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STEEMillu: Abwandern ist ein gutes Stichwort. DLive hat sich ja auf Lino verdrückt. Wie schätzt ihr dieses Verhalten ein? Hat DLive sich an uns nur bereichert, uns verraten und ist dann mit Lino fremdgegangen?

Springtoifel: DLive ist das Krebsgeschwür der Crypto-Welt. Es wandert immer weiter und frisst sich satt auf Kosten Anderer. Hört sich hart an, aber so würde ich das beschreiben. Es gab aus meiner Sicht keinen Grund, dass DLive abwandern musste! Die Alternativen sind noch in den Kinderschuhen, müssen sich noch extrem weiter entwickeln und supportet werden. Vimm ist schon auf einem guten Weg, aber an der einen oder anderen Stelle klemmt es doch noch. Was viele vermissen, ist halt, dass DLive die Streams archiviert hat und man sie sich später noch einmal anschauen konnte. Vor der Bekanntgabe der Abwanderung DLives, habe ich schon seit geraumer Zeit keine Upvotes mehr bekommen. Das lag aus meiner Sicht daran, dass sie Ihre sogenannten eigenen Mitarbeiter nur noch größtenteils upgevotet haben und die berühmten Streamer von anderen Plattformen.

Losi: Das kann ich so, wie es @Springtoifel sagt unterstreichen. Nur hab ich ab Bekanntgabe der Abwanderung direkt angefangen meine archivierten Streams und die eines anderen Streamers auch, auf dessen Wunsch hin, herunter zu laden. Denn unser Content ist unser Content und ich möchte darüber verfügen was meins ist, so sieht das auch besagter Streamer.

Es existierte schon länger das Gerücht, dass DLive seine Delegation verlieren wird, so dass sich die Community selbst kurieren sollte. Das es jedoch zu diesen Umständen kam, finde ich echt krass. Das Steemit so gemolken, als BETA-Phase genutzt und missbraucht wurde ist in meinen Augen unfassbar.


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STEEMillu: Ihr habt schon Alternativen angemerkt. Sind das Vimm und DTube? Oder haben wir noch eine Marktlücke auf Steem?

Losi: Ja genau das sind die Beiden, eine weitere LiveStreaming-Möglichkeit gibt es derzeit nicht, reicht aber auch vollkommen aus.

Springtoifel: Da schließe ich mich an! Es wird noch ein Stück Arbeit auf die beiden Plattformen zu kommen, aber das werden die in Zukunft mit der Unterstützung der Community bewerkstelligen. DLive war im Grunde gar kein schlechtes Projekt für die Streamer, nur hätte dies transparenter gestaltet werden können (wer wie viel Upvote bekommt und die Aufklärung darüber und dass DLive keine permanente Unterstützung bleibt, auf der Steem Blockchain). Solch ein Projekt war gut für alle, die reine Streams bieten wollten und keine großartigen Post verfassen wollten oder es nicht so gut können, um Ihre Steempower zu erhöhen und sich gegenseitig zu stärken.

Man sollte diese Plattform anders sehen, als nur der reine Wert der Cryptowährung. Dies sollte eine dezentrale Plattform sein, wo man sich wohl fühlt, neue Freundschaften und Eindrücke gewinnen kann und sich nicht nur finanziell bereichert! Ich hoffe, dass die anderen Streamplattformen auf Steem so transparent und fair aufgebaut werden, wie es gewünscht ist von der Community. Bekanntlich lernt man ja aus Fehlern :D. Jetzt gibt es erstmal ein Bier! Cheers und Oi!

STEEMillu: Danke für das positive Schlusswort und vielen Dank für das Interview. ★