Wie kritikfähig sind wir wirklich?

Nicht nur eingehende Kritik ist gemeint, nein, auch wie gut kritisieren wir eigentlich?

Man schreibt seine Artikel, bemüht sich meist ganz kräftig. Aber nicht immer ist das Endergebnis das „Gelbe vom Ei“. Aber ist dann irgendwer in der Community so ehrlich und sagt dir offen die Meinung?

Du liest selbst einen Artikel, welcher schlecht recherchierten Inhalt darbietet, furchtbarste Rechtschreibung und noch schlimmere Grammatik enthält. Sagst du dann klar, was Sache ist?

Wohl zu beiden Szenarien ein fast 100%iges NEIN! Ich persönlich lese kaum in anderen Sprachräumen, also fehlt mir der internationale Vergleich. Aber was ich hier über die letzten Monate beobachtet habe, ist folgendes: Kritik ist UNERWÜNSCHT, äußerst selten und daraus folgend, kaum vorhanden. Bevor sich jemand verbal „anpatzt“ wird eher zu einem unkommentierten Flag gegriffen, als konstruktiv „klar Schiff“ zu machen.

Die seltenen Fälle in denen es zu offener Kritik kommt, sind „oft“ recht unkonstruktiv, gehen oft am wirklichen Thema vorbei, und werden schnell mal mit Beschimpfungen garniert.

Ob uns die ehrliche Meinung systembedingt wegerzogen wurde, mag ich gar nicht so recht beurteilen. Widerspruch ist schlecht. Eltern wollen sie nicht; die Kindergartentante genauso wie die Grundschullehrer quasi schon eine staatliche Institution, welcher man „nicht widersprechen“ darf. In frühen Jahren „eingebleut“, haben wir in unserer Gesellschaft den Widerspruch verlernt.

Und genau dieses Bild spiegelt sich hier meiner Meinung nach auf der Blockchain wieder. Hier zählt natürlich die Reputation und die Steempower. Die Kleinen trauen sich nicht aufzubegehren, weil sie zu viel zu verlieren haben, die Großen kosten das bisschen Macht nur allzu gerne aus. Wer im Real Life nichts zu melden hat, kann sich hier groß und mächtig fühlen. Es ist viel einfacher, mit gezielten Flags einen Aufbegehrer mundtot zu machen, als sich auf eine offene Diskussion einzulassen, in welcher man ja den „Kürzeren“ ziehen könnte. ★